Feeling – der Tanz des Fühlens (AT)

FEELING – DER TANZ DES FÜHLENS – DER TANZ DES LEBENS – EIN SOLO VON VIELEN (AT)
‚Was fühlen wir? Wie fühlen wir? Was fühlen wir bewusst? Was bedeutet Fühlen?
Fühlen wir überhaupt noch? Wie beeinflusst unser Fühlen unsere Wahrnehmung, Denken und Verhalten? Wie kann (Mit)fühlen zum friedvollen Miteinander beitragen?`

Bild: Edvard Munch ‚Der Tanz des Lebens‘ (1899/1900, norwegisch Livets dans)

work in process 
Recherche Part I (Mai-Juni 2021) gefördert von der Behörde für Kultur und Medien, Hamburg
– fortlaufend weitesgehend sukzessive in Recherche aus eigenen Mitteln seit Juli 2021 in Hamburg, Potsdam, Berlin und Brandenburg ( in der Stadt und Natur bzw. im urbanen und ländlichen Raum)
– auf der Suche nach weiterer finanzieller Förderung und Unterstützung
(bei Interesse zur finanziellen Förderung freue ich mich über Anfragen und Angebote)

‚Wir denken zuviel und fühlen zu wenig.‘     Charlie Chaplin 

‚Just as the ancients danced to call upon the spirits in nature, we too can dance to find the spirits within ourselves that have been long buried and forgotten.‘       Anna Halprin

‚Fühlen- was bedeutet das eigentlich?` (Quelle www.uni.de)
Als einer unserer fünf Sinne formt das Fühlen bzw. der Tastsinn unsere Wahrnehmung maßgeblich. Durch das Fühlen erhalten wir Informationen über unsere Umwelt und über uns selbst. „Fühlen“ ist ein Begriff für verschiedene Erfahrungs- und Empfindungsvorgänge, die keine fixe Definition haben. Vom Tastsinn, über Empfindungen bis hin zu tiefen seelischen Vorgängen bezeichnet der Begriff eine große Bandbreite an subjektiven Erfahrungsmomenten des Menschen.
Früher als „schwacher Sinn“ bezeichnet, weiß man heute, dass das Fühlen, bzw. der Tastsinn einer unserer wichtigsten und ursprünglichsten Sinne ist. Zur Nahrungssuche, Orientierung oder zum Knüpfen sozialer Kontakte – Fühlen ist unverzichtbar für das menschliche Leben. Aber auch Berührungen als Austausch von Zärtlichkeit und Sympathie sind extrem wichtig für das menschliche Wohlbefinden. Bereits im Mutterbauch kann ein Fötus Gefühle der Mutter erkennen oder spüren, wenn jemand über den Bauch der Mutter streichelt. Berührungen und Streicheln lösen bei Babys Wachstumshormone und bei Erwachsenen Glückshormone aus. Fehlende Berührung bei Babys und Kleinkindern kann hingegen zu seelischen und körperlichen Schäden führen.
„Fühlen“ bezeichnet neben dem Sinn des Tastens auch das Erleben von seelischen Vorgängen. Gefühle haben nach C.G. Jung eine enge Beziehung zum Handeln und zum ethischen Verhalten einer Person. Sie entscheiden darüber ob wir etwas annehmbar, abweisbar oder aber als gleichgültig einstufen. So sind Gefühle besonders wichtig für eine schnelle und intuitive mitmenschliche Orientierung, die bereits stattfindet bevor gesprochen wurde. Das Fühlen kann mitunter sehr facettenreich und weitaus differenzierter als unsere visuelle Wahrnehmung sein. Nicht umsonst gibt es Formulierungen wie „das hat mich tief berührt“ oder „das geht mir unter die Haut“.

‚Fühlen – mit dem Tastsinn; den Nerven wahrnehmen; körperlich spüren‘
(Textauszug Christin Zarzinsky zum Recherche-Vorhaben)

Die Relevanz des gewählten Themas Fühlen ergibt sich aus meiner Beobachtung und Erfahrung als Künstlerin partizipativer Performances, Dozentin für Tanz, Performance und Körperarbeit sowie als Mitglied und Mensch unserer (Leistungs)-Gesellschaft. Begegnungen und Gespräche in Performances, Proben und Workshops mit unterschiedlichen Menschen haben mir gezeigt, dass das Fühlen bei den meisten zu wenig Aufmerksamkeit bekommt oder gar unterbewertet wird im Vergleich zum Denken bzw. Verstand. Unbewusstheit und mangelnde Zeit ist bei vielen in dieser Schnelllebigkeit ein Grund dafür, nicht richtig in den Körper, zum Atmen und damit zum Fühlen zu kommen. Gleichzeitig gibt es die Tendenz in der heutigen ‚positive society‘, Gefühle, insbesondere die häufig negativ empfundenen wie Wut, Aggression, Trauer, Einsamkeit, Furcht, Sorge, Angst oder Frust zu verdrängen, zu bewerten, nicht anzuerkennen oder mit Ablenkung wie bspw. Konsum auszublenden.
Nicht gelebte und ausgedrückte Gefühle können langfristig zu möglichen körperlichen und geistigen Krankheiten führen wie Organschwäche, Depression, Burnout, Suchtverhalten oder Angststörungen. Derart Zivilisationskrankheiten und Verhalten haben in den letzten Jahren einen erheblichen Zuwachs genommen mit den Folgen für Individuum, Familien, Gesellschaft und Gesundheitssystemen. Mein Anliegen ist es auf künstlerische Art und Weise Bewusstsein für diese Entwicklungen zu schaffen und aufzuzeigen, dass wir uns als fühlende Wesen besser mit uns selbst verbinden und in Kontakt treten können und damit auch besser in Verbindung, Kontakt und Mitgefühl mit unseren Mitmenschen kommen.
Insbesondere in diesen Zeiten, in denen Hass, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit sowie Selbstentfremdung, Einsamkeit und psychische Erkrankungen wie Depression und Sucht zunehmen, braucht es verstärkt Bewusstsein, Verständnis und praktische selbstwirksame Anwendung zur (inneren) Friedensstärkung und ganzheitlichen Balance für Individuum und Gemeinschaft.

RECHERCHE PROZESS I (Sommer 2021):